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Wissenschaftler / Scientists, collectors

In diesem Who is Who findenSie aus Vergangenheit und Gegenwart Wissenschaftler, Museumsmitarbeiter und -gründer, Forscher, Museologen, Sammler nach einer Idee von Prof. Dr. Zbynek Stránský. Die Sprache ist deutsch.

This Who is Who of museum personnel, museologists, collectors, museum founders etc. consists of a nearly daily enlarged database. This database is open to all scientists collectors and museum founders from the 16th to the 21st century. The language is German.

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135 gefunden / found

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Adlershelm, Christian Lorentz von
Berufsgruppe: Wirtschaft und Politik, Verwaltung und Militär, Sammler

 
Geboren: 1608 in Leipzig
Gestorben: 1684 in Leipzig
 
Lebenslauf:
wurde 1640 in den Rat gewählt;
Als Leipzig 1642 von den Schweden besetzt wurde, flüchtete er mit seiner Familie nach Hamburg;
1650 befahl der sächsische Kurfürst Johann Georg I. die Wahl von Lorentz zum Bürgermeister. Mehrfach hatte er dieses Amt inne;
Besitzer einer bürgerlichen, öffentlich zugängigen Naturalienkammer in Leipzig, erstmals erwähnt Oktober 1663. Die Adlershelmsche Slg. bestand vor allem aus Fischen und Wassertieren und einigen wenigen Kunstgegenständen. Nach Ennenbach nach Berlin und an die fürstliche Bibliothek zu Weimar verkauft.
 
Hauptverdienste:
Verdienste erwarb er sich als Vorsteher der Thomasschule.
 
Erwähnungen:
Beckstein, Johann Philipp: Catalogus / Derjenigen / Sonderbahren Sachen / so in des / Churfürstl. Sächs. Cammer=Raths etc. / (Tit) Herrn / Christian Lorentzens / von Adlershelm etc. / Naturalien-Cammer / in Leipzig zu befinden, Leipzig 1672; Juncker, 1697; Valentini ,1704, S. 20 (Anhang); Neickelius 1727, S. 63, 201; Wustmann 1885; Ennenbach 1972, S. 104; Ennenbach 1978, S. 120, 133; Krüger.
 

 
Ambrosius von Mailand
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Wirtschaft und Politik, Kirchenmitglieder

 
Geboren: um 340 in Trier
Gestorben 4. April 397 in Mailand
Vater: Aurelius Ambrosius, Präfekt von Gallia Narbonensis
 
Lebenslauf:
Nach Übersiedlung mit der Mutter nach Rom arbeitete er als Jurist und Politiker; der Präfekt Probus ernannte ihn in Mailand zum Richter; im Arianer-Trinitarier-Konflikt um einen neuen Bischof wurde Ambrosius spontan gewählt; erst danach wurde er getauft und konnte Bischof werden. Politisch beeinflußte er den Kaiser Gratian, Theodosius und Konzile.
 
Hauptverdienste:
A. war Autor verschiedener Bibelexegesen, wobei er die Methode der Allegorese verwendete; er war der erste, der ein Märtyrergrab öffnen und die Gebeine in eine innerstädtische Kirche übertragen ließ; er war auch der erste, der einen Heiligen als Patron bezeichnete; die Erhebung der Märtyrer und ihre Verlegung an den Altar rechtfertigte, daß man auf den Ort der gerechten Seelen im Himmel verwies; die Verbindung von Reliquien und Altar wurde rasch anerkannt, sodaß bald kein Altar mehr ohne Reliquien bleiben durfte; Ambrosius veröffentlichte auch die Legende über Kreuzauffindung durch die Hl. Helena nach Grabungen auf dem Berg Golgotha. Damit war A. der Gründungsvater des Reliquienkults.

 
Eigene Publikationen:
(Auswahl]:
Hexameron
De Fide
De Spiritu Sancto
De Misteriis
De Officiis
Epistulae
Hymni
 
Preise und Ehrungen:
Ehrentitel "Kirchenvater"
 
Erwähnungen:
Legner, A.(Hg.): Reliquien.Verehrung und Verklärung, Köln 1989; Bauerová, A.-Bauer, J.: Tajemství chrámových pokladù, Rudná u Prahy 1993; Markschies, Christoph: Ambrosius von Mailand und die Trinitätstheologie. Tübingen 1995; Dassmann, Ernst: Ambrosius von Mailand. Leben und Werk. Stuttgart 2004. [ZZS]

Bild: Wikimedia
 

 
Amerbach, Basilius
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler

 
Geboren: 1533
Gestorben: 1591
Vater: Bonifacius Amerbach
Ehepartner: Ester Rüedin
 
Lebenslauf:
Amerbach studierte Jura In Basel, Tübingen, Padua und Bologna und erhielt dort den Dr. Jur.;
er bereiste anschließend Italien und entdeckte seine Liebe zu Antiquitäten;
1561 kehrte er nach Basel zurück und erhielt dort eine Professorenstelle an der juristischen Fakultät;
nach dem Tod des Vaters erbte er viele Kunstobjekte aus dem "Amerbach Cabinet" und setzte das Sammeln fort.
 
Hauptverdienste:
Basilius Amerbach repräsentierte die Sammeltendenzen des 16 und 17. Jh., es befanden sich in der Sammlung Bilder,Zeichnungen, Stiche, aber auch Münzen und Medaillen, Musikinstrumenten und Schmuckstücke.
 
Erwähnungen:
Fischer, O.: Geschichte der Öffentlichen Kunstsammlung. In: FS zur Eröffnung des Kunstmuseums Basel. Basel 1936; Impey / MacGregor. [ZZS]
Die Abb. zeigt ein Porträt aus dem (c) Kunstmuseum Basel.

 

 
Ashmole, Elias
Berufsgruppe: Handwerk und angewandte Wissenschaft, Verwaltung und Militär, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Fachwissenschaftler

 
Geboren: 23.5. 1617 in Lichfield
Gestorben: 18. oder 19. 5. 1692 in South Lambeth/London
Vater: Simon Ashmole , Sattler, Soldat
Ehepartner: 1) erste Frau 1638-1641 2) Manwaring 1646-1668 3) N.N.
 
Ausbildung:
Ausbildung: allgemeine Schule in Lichfield
MA: 1669
 
Lebenslauf:
1633-1638 1. Studium in London;
1638 Beginn einer juristischen Praxis in London und Fortsetzung des Jura-Studiums;
1644 Als "Royalist" von Charles I. beauftragt mit Steueraufgaben;
1645 Studium in Oxford, war das Mitglied "Brasenose College", hatte Interesse für Astronomie, Alchimie und Botanik; Abbruch des Drittstudiums;
1650 erste Bekannschaft mit -> Tradescant jun.;
1653 Mitarbeit am Katalog von Tradescant´s Raritäten;
1660 Erhalt des Titels "Windsor Herald" und Sekretär am Hof Charles I.;
1662 nach dem Tod von Tradescant entsteht ein Streit mit der Witwe um Übernahme der Sammlungen;
1669 M.A. für die Zusammenstellung der numismatischen Kollektionen der Universität;
1682 Übereignung der Sammlungen der Tradescants und von Ashmole an die Oxford Universität unter konkreten Bedingungen; hierfür wurde ein spezielles Gebäude von Christopher Wren errichtet ;
21.5.1683 feierliche Eröffnung des das Ashmolean Museum durch den zukünftigen König James II.
 
Hauptverdienste:
Ashmole war nicht nur imstande, sich am Hof durchzusetzen, sondern auch alle Positionen weidlich auszunutzen; seine wissenschaftlichkeit balancierte zwischen Fachlichkeit und Oberflächlichkeit. Die moderne Konzeption des Museums spiegelt sich in "Instituta Ashmoleana". Bei der Beantwortung der Frage, wer diese neue Konzeption ausgearbeitet hat, sollen wir nicht vergessen, daß derjenige, der alle Sammlungen aus Lambeth abtransportierte, die Ausstellungen zusammenstellte und das Museum leitete, nicht Ashmole war, sondern der Professor der Chemie und Kurator Robert Plot (1640-1696). Dessen Rolle und die der Tradescants zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Ashmolean Museum seinen Namen zu Unrecht trägt.
 
Eigene Publikationen:
Fasciculus chemicus, 1650;
Thetrum chemicum britanicum, 1652;
The Way to Bliss, 1658;
The Instituions, Laws and Ceremonies of the Most Noble Order of the Garter, 1672.
 
Erwähnungen:
Josten, C. H.: Elias Ashmole,1617-1692, Oxford 1966; Dictionary of National Biography, Oxford University Press, London 1949-1950; Welch, M.: The Foundation of the Ashmolean Museum.In: MacGregor, A.(Hg..): Tradescant´s Rarities, Oxford 1983; MacGregor, A.: Collectors and Collections of Rarities in the Sixteenth and Seventeenth Centurie.In: MacGregor, A.(ed.): Tradescant´s Rarities, Oxford 1983; MacGregor, A.: Ashmolean Museum in Oxford. In: Muzeologické sesity X/1986; Impey/MacGregor: The Origins of Museums, Oxford 1986.
Die Abb. zeigt ein Detail eines Porträts von Elias Ashmole von John Riley, Ashmolean Museum, Oxford. [ZZS]
 

 
Bachofen, Johann Jakob
Berufsgruppe: Sammler, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Verwaltung und Militär, Fachwissenschaftler

 
Geboren: 22.12.1815 in Basel
Gestorben: 25./27.11.1887 in Basel
Vater: Johann Jacob Bachofen-Merian , Bandfabrikant
Mutter: Valeria Merian
Ehepartner: Louise Elisabeth Burckhardt
 
Ausbildung:
Promotion: in Basel
 
Lebenslauf:
1840 Ordinarius für römisches Recht in Basel und Richter;
auf seinen Reisen nach Italien (1842) und Griechenland (seit 1851) Studium der Museen;
enge Verbindung mit dem Römischen Institut.
 
Hauptverdienste:
Seine Antikensammlung von über 900 Vasen, Bronzen, Lampen und anderen Gegenständen befindet sich heute im Antikenmuseum in Basel.
 
Eigene Publikationen:
Versuch über die Gräbersymbolik der Alten, 1859;
Mutterrecht, 1861;
Der Mythos von Orient und Okzident;
Über die Würfel und Hände;
Über die römische Wölfin auf Grabdenkmälern des Altertums;
Das lyrische Volk und seine Bedeutung für die Entwicklung des Altertums, 1862;
Der Bär in den Religionen des Altertums, 1863;
Die Sage von Tanaquil. Eine Untersuchung über den Orientalismus in Griechenland und Italien, 1870;
Die Unsterblichkeitslehre der orphischen Theologie auf den Grabdenkmälern des Altertums, 1867;
Römische Grablampen, 1890.
Meuli u. a. (Hg.): Johann Jacob Bachofen. Gesammelte Werke, 1943ff. (In Bd. III K. Meuli über Bachofens Leben).
 
Mitglied:
Mg. des Großen Rates; o. Mg. des Römischen Instituts;
 
Erwähnungen:
Bernouilli, C. A.: Johann Jakob Bachofen und das Natursymbol, 1926; Hildebrandt, H. J.: Der Evolutionismus in der Familienforschung des 19. Jh.. 1983, mit Lit.; Schefold, K. in: Provincialia. Festschrift R. Laur-Belart, 1968; Gelzer, Th.: Bachofen, Bern und der Bär, in: FS H. G. Bandi, JbBernHistMus 63/64/1983/84; Lullies 1988, S.41ff; Hirschberg, Walter (Hg.): Neues Wörterbuch der Völkerkunde, Berlin 1988.
Die Abb. zeigt ein Detail des Frontispiz (Foto: E. Ruf, Basel) aus J. J. Bachofens Gesammelten Werken (s.o.).
 

 
Beierlein, Johann Josef
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 21.12.1802 in Landshut
Gestorben: 13.8.1888 in München
Vater: ?, Weinwirt
 
Lebenslauf:
1819-1822 kaufmännische Ausbildung, danach tätig im väterlichen Geschäft
seit 1833 Spezialisierung auf Münzen, Anlegung einer eigenen Slg. (an königliches Münzkabinett München gegangen);
seit 1848 Verwalter der Münz- und Bilderslg. des Historischen Vereins von Oberbayern.
 
Eigene Publikationen:
Die bayerischen Münzen des Hauses Wittelsbach vom Ende 1180-1550, 1868; Die Medaillen und Münzen des Gesamthauses Wittelsbach, posthum 1897 und 1901;
 
Erwähnungen:
Merzbacher, E.: J.J. Beierlein. In: Zeitschrift für Numismatik, Bd.7, 1880; BBB.
 

 
Bertoli, Conte Antonio Daniele
Berufsgruppe: Künstler, Künstler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 12.6.1677 in San Daniele di Friuli
Gestorben: 27.12.1743 in Wien
 
Lebenslauf:
1707-1743 am Wiener Hof tätig;
seit 1731 auch Galerie- und Kunstkammerinspektor;
 
Arbeit:
im Österreichischen Theatermuseum befinden sich ca. 300 kolorierte Kostümzeichnungen aus seiner Hand.
 
Hauptverdienste:
Zeichenlehrer Maria Theresias;

 
Erwähnungen:
Ebersberger, A.M.: Das Kostümwerk Daniele Antonio Bertolis, Diss. Wien 1961;
Bruckmüller 2001, S. 43
 

 
Beutel d.J., Tobias
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär

 
Lebenslauf:
1690-1739 Kunstkämmerer der sächsischen Kunstkammer, Dresden.
Infolge des Brandes des Georgenbaus 1701, bei dem die Kunstkammer verschont blieb, entschloß man sich, die Kunstkammer aus Sicherheitsgründen in verschiedenen Museen unterzubringen. Außerdem entsprach die Kunstkammer nicht mehr dem Repräsentationsbedürfnis --> Friedrich August I. des Starken.
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Doe Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gßütersloh o.J, S. 20;
 

 
Beutel d.Ä., Tobias
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär

 
Gestorben: 1690
 
Lebenslauf:
ab 1658 Kunstkämmerer der sächsichen Kunstkammer, Dresden;
1658-1690 Stilkritische Inventarisierung der Bestände, allerdings ikonographisch oft nicht bewandert;
 
Hauptverdienste:
Aktive Erweiterung der Dresdner Kunstkammer durch Ankaufsreisen ins Ausland. Unter Beutel wurde die Kunstkammer erstmals auch fürstlichen Gästen und Reisenden gegen ein pourboire gezeigt. Fortführung der Tätigkeit durch seinen Neffen --> Tobias Beutel d.J.
 
Eigene Publikationen:
Cedern-Wald, 1671 (eine Art Baedeker für Dresden);
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Doe Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gßütersloh o.J, S. 14f;
 

 
Blum, Robert
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Verwaltung und Militär, Wirtschaft und Politik, Künstler

 
Geboren: 10.11.1807 in Köln
Gestorben: 9.11.1848 in Tod durch Erschießung in Wien-Brigittenau
Vater: Faßbinder
 
Lebenslauf:
zunächst Kaufmannsgehilfe und Faktotum;
ab 1839 liberaler Redner und Publizist, später des radikalen Flügels;
1842 Gründer des Leipziger Schillervereins; Pflicht der Schillerverehrer sei es, das Haus zu indentifizieren, wo Schiller 1785 in Gohlis gewohnt habe;
Organisator einer Schillerausstellung im Hotel de Pologne;
1847 Gründung einer Verlagsbuchhaltung;
Teilnehmer des Wiener Volksaufstands von 1848;
1848 Anmietung von Gedenkräumen im Schillerhaus unter seinem Nachfolger Heinrich Wuttke.
 
Hauptverdienste:
Schillerverehrer, liberaler Freiheitskämpfer.
 
Eigene Publikationen:
Enzyklopädie aller Wissenschaften für Bühnenkünstler, Dilettanten und Theaterfreunde unter Mitwirkung der sachkundigen Schriftsteller Deutschlands. 7 Bde., ab 1839.
 
Mitglied:
1942-1847 Vereinsvorsitzender des Leipziger Schillervereins.
 
Erwähnungen:
Büttner, Georg: Die Anfänge der Schiller-Vereins und der ersten Schiller-Feiern in Leipzig. Festgabe zum 10. November 1910, Leipzig 1910; Henzen, Wilhelm: Der Schillerkultus in Leipzig. Festrede, gehalten am 10. November 1903 zur Schillerfeier des Schillervereins zu Leipzig, Leipzig o. J.; NDB; Rodekamp, Volker (Hg.): Das Schillerhaus in Leipzig-Gohlis, Leipzig 1998; Schraepler, Ernst: Robert Blum. Leben, Werk, Rezeption. In: Hirsch, Helmut (Hg.): Robert-Blum-Symposium 1982. Dokumente - Referate - Diskussionen. Arbeitsmaterialien zur Geistesgeschichte 5, 1987; Eisel 2001.
Die Abb. zeigt ein Gemälde von August Lingner, das uns freundlicherweise von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen zur Verfügung gestellt wurde.
 

 
Bonaparte, Napoleon
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Wirtschaft und Politik

 
Geboren: 15.8.1769 in Ajaccio, Corsica
Gestorben: 5.5.1821 in St. Hellena
Vater: Jurist
Ehepartner: Josephine de Beauharnais, Marie Louise
 
Lebenslauf:
1785 absolvierte er die Königliche Militärschule;
1793 Übersiedelung der Bonaparte-Familie nach Frankreich;
1795 bereits Ernennung zum General;
1796 führte er die französische Armee nach Italien und plünderte dort die Kunstschätze;
nschließend überfiel er Ägypten, aber Admiral Nelson verhinderte die Pläne:
1799 Machtübernahme und Alleinregierung über 15 Jahre als Konsul;
1804 Selbstkrönung zum Kaiser;
1805 erneute militärische Expansion in Europa und gegen England;
1812 das russche Abenteuer endet mit einer katastrophalen Niederlage;
1814 okkupiert die Gegenallianz Frankreich; Napoleon tritt zurück;
neuer Versuch der Machteroberung endet bei Waterloo;
1821 Tod in Verbannung auf der Insel St. Hellena.
 
Hauptverdienste:
Napoleon war eine zwiespältige Persönlichkeit; einige Historiker schätzen ihn hoch ein, aber es darf nicht vergessen werden, wieviel Menschenleben er in ganz Europa, Rußland und Afrika auf dem Gewissen hat; in Zusammenhang mit der Eroberung ganzer Länder plünderten die Kulturschätze und ließ sie nach Frankreich schaffen; das "Directoire" organisierte dabei einen triumphalen Empfang; -> Quatremère de Quincy schrieb dagegen: "Dépecer le museum d´antiquités de Rome serait une folie, et d ´une conséquence irrémédiable. Les autres peuvent toujours se recompléter : celui de Rome ne pourrait plus l´être... ";
1798 organisierte er in Zusammenhang mit der Kriegsexpedition nach Ägypten auch eine gesonderte wissenschaftlich-technische und künstlerische Gruppe. Nach der Eroberung Kairos gründete er dort ein Institut und das erste Ägyptologische Museum; dort befand sich auch der "Rosetta stone", den Champollion zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen benutzte; manche diese "trophées" waren Bestandteile des Musée Napoleon, was im Katalog "Trophées d´Art conquis par la Grande Armée dans les Campagnes de 1806-7 zum Ausdruck kam. Typisch für Napoleons Auffassung dieser Beutestücke kommt in seiner Denkschrift (hier englisch zitiert) zum Ausdruck: "I would replace them with mosaic panoramas of all the capitals we had entered victorious, of all the celebrated battles where we had shown our strength. They would have been eternal monuments to our triumphs and our national glory...".
 
Erwähnungen:
Wittlin, A. S.: Museums: In Search of a Usable Future. Cambridge /Maas. u.a. 1970; Bazin, G.: The Museum Age. Brüssel 1967; Schaer, R.: L ´ Invention des Musées. Paris 1993. [ZZS]
Bild : Die Abb. zeigt einen Stich unbekannter Herkunft aus Bazin, 1967.
 

 
Borchardt, ?
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär

 
Lebenslauf:
Inventarisation der "Herzoglichen Mineralien-Sammlung zu Harzgerode": Gliederung der vorhandenen Mineralien nach chemischem Prinzip;

 
Erwähnungen:
Kulturerbe Natur: Naturkundliche Museen und Sammlungen in Sachsen-Anhalt, Hg.: Museumsverband Sachsen-Anhalt, Halle 2002, S. 19ff.

 

 
Borrmann, Richard
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 27.12.1852 in Orle/Westpreußen
Gestorben: 26.3.1931 in Berlin
Vater: Alexander Borrmann , Rittergutsbesitzer
Mutter: Adele Borrmann
Ehepartner: Berta Stockmann
 
Lebenslauf:
1878-1881 Studienreisen nach Griechenland, Konstantinopel, Sizilien;
1885 Prüfung zum Regierungsbaumeister;
1892-1904 Direktorialassistent am Kunstgewerbe-Museum Berlin;
1.4.1904 Lehrstuhl für Baugeschichte an der TH Berlin;
1908/09 Rektor und ab 1919 Leiter des Schinkel-Museums der TH.
1921 Emeritierung.
 
Eigene Publikationen:
Olympia II, 1892;
Erechtheion, in: AM 6, 1881;
Zur Herkunft der Terrakotta-Verkleidungen an steinernen Geisa, in: BWPr, 1881;
Pantheon und Polychromie, in: Baumeister, A.: Denkmäler des Klassischen Altertums III, 1888;
Inventar der Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin, 1893;
Die Keramik in der Baukunst, 1897;
Aufnahmen mittelalterlicher Wand- und Deckenmalerei in Deutschland, 1897-1902;
Moderne Keramik, 1902;
Mit-Hg. der Reihe "Die Baukunst";
Der dorische Tempel der Griechen, 1900;
Die Alhambra zu Granada, 1900;
Die Baukunst des Altertums und des Islam im Mittelalter, 1904;
Momunentale Wasserkunstanlagen im Städtebau des Altertums und der neueren Zeit, 1910;
Die abgeschlossenen Platzanlagen im Altertum und in neuerer Zeit, 1912;
Vom Städtebau des islamischen Ostens, 1914; Porosarchitektur auf der Akropolis, in: AA, 1904;
Das Buleuterion von Milet, in: AA, 1908;
Das Pantheon in Rom, in: AA, 1921;
 
Erwähnungen:
Krencker, D.: Nachruf auf Richard Borrmann. In: FuF 7/1931. Gekürzt mit dem hier wiedergegebenen Bild auch im Reichshandbuch der deutschen Ges. I, 1930; Lullies 1988, S.108ff.
Die Abb. wurde dem Buch von Lullies entnommen.
 

 
Breicha, Otto
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Medien

 
Geboren: 26.7.1932 in Wien
 
Lebenslauf:
1969-1974 Direktoriumsmitglied des "Steirischen Herbstes"
1980-1997 Direktor des Rupertinums, Salzburg
 

 
Brochier, Franz
Berufsgruppe: Handwerk und angewandte Wissenschaft, Künstler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 16.5.1852 in München
Gestorben: 22.9.1926 in Nürnberg
 
Lebenslauf:
1897-1920 Direktor der Kunstgewerbeschule in Nürnberg;

 
Hauptverdienste:
1902/1903 Leitung des Ausbaus der Elisabethkirche in Nürnberg.
 
Mitglied:
Vorsitzender des Nürnberger Baukunstausschusses;
1903-1920 im Verwaltungsausschuss des GNM
 
Erwähnungen:
GNM-FS, 1978; Brill, E.: Die Geschichte der Staatsschule für angewandte Kunst in Nürnberg. Festrede zur Hundertjahrfeier am 15.7.1933, 1933;
BBB, S. 96
 

 
Bruns, Gerda
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Forschungsreisende, Forschung, Lehre und Schuldienst, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 29.4.1905 in Drulingen/Unterelsaß
Gestorben: 12.2.1970 in Berlin
Vater: Hugo Bruns , Veterinärmediziner
Mutter: Cäcilie Bossow
 
Ausbildung:
Promotion: 1929 in München (Die Jägerin Artemis. Studie über den Ursprung ihrer Darstellung)
 
Lebenslauf:
Nach der Promotion Auftrag zum Erstellen eines Gemmenabguß-Inventars für das Archäologische Seminar der Univ. Heidelberg;
1930 Volontariat am Alten Museum Berlin und Teilnahme an einer Lehrgrabung in Kärnten;
Herbst 1930 mit dem Wülfingstipendium in die Türkei: Mitarbeit am archäologisch-topografischen Zettelkatalog für die historische Geografie Kleinasiens in der Abteilung Istanbul des DAI;
1931-1933 Pergamongrabung;
1935/36 Volontariat am LM Kassel;
Werkvertrag für die Neuordnung der Antikenabteilung des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig;
1938 Auftrag des DAI zur Veröffentlichung des wissenschaftlichen Nachlasses von P. Wolters (Ergebnisse der Kabiriongrabung);
Mai 1939 Tätigkeit in der Antikenabteilung der Staatlichen Museen Berlin, zuerst im Werkvertrag, ab Oktober 1945 als Kustodin;
1.4.1947 Referentin des DAI;
seit 1953 Dozentin an der Univ. Freiburg i. Br., apl. Prof. und wissenschaftliche Oberrätin, seit 1958 mit ständigem Sitz in Rom: Herausgabe eines umfassenden archäologischen Zeitschriftenverzeichnisses.
 
Eigene Publikationen:
Der Obelisk und seine Basis auf dem Hippodrom zu Konstantinopel, in: IstForsch VII, 1935;
Bruns, Gerda (Hg.): Kunstwerke aus den Berliner Sammlungen, 1946-1949;
Staatskameen des 4. Jahrhunderts n. Chr..In: 104. BWPr 1948;
Das Mantuanische Onyxgefäß, in: Kunsthefte des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig H.5, 1950;
Zur Frage der Richtungsbezogenheit in den Grundrissen griechischer Kultbauten, in: Festschrift C. Weickert, 1955;
Küchenwesen und Mahlzeiten, in: ArchHom II, 1970.
 
Erwähnungen:
Rohde, E.: Nachruf auf Gerda Bruns. In: FuB 12/1970.
Die Abb. zeigt ein Foto aus dem Besitz der Schwester Ilse Bruns, Berlin, Foto: Huhn, Witzenhausen.
 

 
Brühl, Heinrich Reichsgraf von
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler

 
Geboren: 13.8.1700 in Weißenfels
Gestorben: 28.10.1763 in Magdeburg
Ehepartner: Maria Anna Franziska von Brühl
 
Lebenslauf:
1713 Page am Weißenfelser Hof;
1719 Silberpage bei --> August dem Starken;
1727 dessen Kammerjunker;
1736 Außenminister;
1746 "alleingebietender" Minister --> Austust II. (III.) von Sachsen, stürzte in Verkennung seiner Fähigkeiten das Land schnell in den wirtschaftlichen und politischen Ruin;
Als während des Siebenjährigen Krieges die preußischen Truppen in Sachsen einmarschierten, flüchtete August II. und Graf Brühl auf die Festung Königstein bei Dresden und nach Polen; die Verantwortung für die Bilderslg. im Stallgebäude lag bei --> Johann Anton Riedel und der in Dresden gebliebenen Königin Maria Josepha.
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 33ff;
 

 
Bölke, Winfried
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär

 
Lebenslauf:
Bis 2003 Leiter des Heinrich-Schliemann-Museums in Ankershagen (Müritzkreis).

 
Erwähnungen:
MUSEUM AKTUELL, Heft 90, März 2003.
 

 
Cotta, Heinrich
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 30.10.1763 in bei Wasungen, Thüringen
Gestorben: 1844
Vater: Pirschknecht, später Forstmeister
 
Ausbildung:
Ausbildung: Jäger
 
Lebenslauf:
1786 Forstvermessung, Neigung zu Lehrtätigkeit;
1795 Ernennung zum Förster und Gründung der privaten Forstlehranstalt Cottas im Jagdschloß Zillbach;
1801 Ernennung zum Forstmeister in Eisenach, Verbleib jedoch in Zillbach;
1811-1831 Forstrat und Direktor der sächsischen Forstvermessungsanstalt;
Da die Lehrer und die meisten Schüler folgten, Fortsetzung der privaten Akademie, die 1816 zur Kgl. Sächsischen Forstakademie erhoben wurde. Anlage des Forstbotanischen Gartens in Tharandt;
1830 Namenserweiterung zur Kgl. Akademie für Forst- und Landwirte;
1842 Das sogenannte Schweizerhaus dient zunächst als Lehrgebäude, seit 1885 Forstbotanisches Museum.
 
Hauptverdienste:
"In der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Akademie 1866 wird der Bestand ihrer Bibliothek, ihrer forstlichen, landwirtschaftlichen, zoologischen, botanischen, mineralogischen und geognostischen Sammlung sowie eines "Physikalischen Cabinetts" aufgeführt, zu denen ebenfalls Cotta den Grundstock gelegt hatte." (Eisel)
 
Erwähnungen:
ADB; J. H. Cotta. In: Forstliche Biographie vom 14. Jh. bis zur Gegenwart, Bd. l, Hannover 1976; Bernhard, R.: H. Cotta. In: Sächsische Lebensbilder, 3. Bd.: Lebensbilder sächsischen. Wirtschaftsführer, Leipzig 1941; Fischer, Karin: Die Forstlichen Sammlungen in Tharandt. In: Rektor der TU Dresden (Hg.): Sammlungen und Kunstbesitz der Technischen Universität Dresden, Dresden 1996; | Tharandter Jb., zugleich Fs. zum 50jährigen Jubiläum der Akademie 1866, Leipzig 1866; Uhlig, Siegfried: H. Cotta und E. A. Roßmäßler. In: Forststadt Tharand. Beiträge zur Heimatgeschichte, H. 1/1956, 41-46; Eisel 2001.
Die Abb. zeigt ein Detail einer Lithographie von Louis Zoellner (1796-1860), die wir freundlicherweise der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen verdanken.
 

 
Czernin, Johann Rudolf, Graf von und zu Chudenitz
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler

 
Geboren: 9. 6. 1757 in Wien
Gestorben: 23. 4. 1845 in Wien
 
Lebenslauf:
1823-27 Präsident der Akademie der bildenden Künste in Wien.
ab 1824 kaiserlicher Oberstkämmerer, dem die Sammlungen des Hofes und das Burgtheater unterstanden, das damals eine Blütezeit erlebte.
Czerny verbrachte den Großteil seines Lebens in Wien.
 
Hauptverdienste:
Seine ab zirka 1800 zusammengetragene Gemäldesammlung wurde mit dem angeschlossenen Kupferstichkabinett zum Grundstock der czerninschen Kunstsammlung. Reste der bedeutenden Privatsammlung befinden sich heute in der Residenz-Galerie in Salzburg. Soie wurden in den Jahren 1956-1991 erworben. Weitere Hauptwerke seiner Sammlung: Vermeers "Künstler in seinem Atelier" (Kunsthistorisches Museum, Wien), Tizians "Porträt des Dogen Gritti" und Dürers "Herrenporträt" (beide in der National Gallery of Art, Washington D.C.) wurden bereits vor 1955 verkauft.

 
Erwähnungen:
www.residenzgaleriesalzburg.at
Die Abb. zeigt eine Lithographie von F. Lieder.
 

 
Czernin, Jan Humprecht, Graf von Chudenitz
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Handwerk und angewandte Wissenschaft, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 1628
Gestorben: 1682
Vater: Jan Czernin von Choustnik
Mutter: Zuzan Czernin
Ehepartner: Diana Maria Hippoliti de Gazoldo
 
Lebenslauf:
Nach dem Studium unternahm er mehrere Reisen ins Ausland und bereitete sich auf eine politische Laufbahn vor;
1651 erbte er von seinem Onkel Graf Herman Czernin von Chudenitz ein beachtliches Vermögen und stieg damit in den hohen Adel auf;
er war ein Günstling Kaiser Ferdinands III. und wurde 1660 zum kaiserlichen Gesandten in Venedig ernannt;
1668, als Geheimrat und Beisitzer des Landgerichts, ließ er im Rozemberhaus im Hradschin eine Gemäldegalerie einrichten.
 
Hauptverdienste:
Er übernahm schon von seinem Onkel Herman Czernin von Chudenitz (1579-1651) große Sammlungen, die dieser vor allem in Europa gekauft oder auf anderem Wege erworben hatte; als begeisterter Liebhaber und Mäzen der Malerei repräsentierte er einen bestimmten Typ von Kunstsammlern des 17. Jh.; er sammelte nicht nur schon existierende Gemälde, sondern gab auch neue Werke in Auftrag, besuchte die Ateliers, kritisierte die Bilder und schlug Themen und Motive für neue Werke vor; er legte den Schwerpunkt auf die zeitgenössische venezianische Malerei, später auch auf Werke aus den Niederlanden; in den Sammlungen unterschied er zwischen Originalen und Kopien und hielt in den Inventaren Bemerkungen zu den Gemälden fest; er beschäftigte auch Kopisten, darunter La Fresnoy , nder seit 1669 in Prag arbeitete und 749 Gemälde kopierte und damit die erste Dokumentation dieser Kunstsammlung schuf; H. entwickelte bereits in Italien die Idee, ein eigenes Gebäude für die Galerie zu bauen, um seine Sammlungen öffentlich zu zeigen; 1666 kaufte er die Häuser in der Umgebung des Loretoplatzes im Hradschin und ließ dort von dem Architekten Fr. Carratti den Bau ausführen; die Arbeiten begannen 1674, aber Humprecht starb, bevor die Czernin-Galerie vollendet wurde.
 
Erwähnungen:
Novak, J.: Dejiny byvale hr. Cerninske obrazarny na Hradcanech (Geschichte der ehemaligen Czernin-Galerie im Hradschin). In: Pamatky archeologicke (Archäologische Denkmäler), 1915, 1; Lhotsky, A. (1941-1945); Holst, N. von (1967); Calov, G.: Museen und Sammler des 19. Jahrhunderts in Deutschland. In: Museumskunde. 1969, 1-3; Detlev, A.: Prag. Kultur und Geschichte der "Goldenen Stadt". Köln 2003; Sabine, H.: Prag. München 2004. [ZZS]

 

 
da Montefeltro, Federico
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler, Mäzene

 
Geb.: 1422
Gest.: 1482
Vater: uneheliches Kind der Familie MontefeltroEhepartner: Battista Sforza
 
Lebenslauf:
war Soldat und beteiligte sich an verschiedenen Konflikten in Italien; 1450 kämpfte er an der Seite von Papst Pius II. und außerdem gegen Sigismondo Malatesta von Rimini; er verlor ein Auge im Krieg, darum porträtierte ihn der Maler Piero della Francesca im Profil;
1444 übernahm er Urbino, wo er sich vom Architekten Francesco di Giorgio Martini den Palazzo di Urbino bauen ließ, ein Hauptwerk der Renaissance; hier entstand unter Leitung Federicos ein humanistischer Hof; 1474 erhob Papst Sixtus IV. Urbino zum Herzogtum.
 
Hauptverdienste:
Federico repräsentierte das Renaissancedenken; er richtete in Urbino eine große Bibliothek mit Scriptorium und Studiolo ein; letzteres war ein spezieller Raum, wo Bücher gesammelt wurden, wo gelesen und meditiert werden konnte; auch die Innenarchitektur stand in Verbindung mit Kunst und Wissenschaft; als Ganzes repräsentierte das Studiolo ein neuen Typ von Thesaurus/Schatzkammer.
 
Erwähnungen:
Bazin, G.: The Museum Age. London 1967; Berti, L.: Il principe dello studiolo. Firenze 1967; Liebenwein, W.: Studiolo. Die Entstehung eines Raumtyps und seine Entwicklung bis um 1600. Berlin 1977; Cheles, L.: The studilo of Urbino. Wiesbaden 1986; Grote, A. (Hg.): Macrocosmos im Microcosmo: die Welt in der Stube; Zur Geschichte des Sammelns 1450 bis 1800. Opladen 1994. [ZZS]

Bild: Wikipedia Commons
 

 
de Marsigli, Luigi Ferdinando
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Fachwissenschaftler, Fachwissenschaftler, Sammler

 
Geboren: 10. 7.1658 in Bologna
Gestorben: 1.11.1730 in Bologna
Vater: bedeutende adelige Familie in Bologna
 
Lebenslauf:
Studium der Mathematik und Naturwissenschaften, dabei auch eigene Experimente;
1679 in militärischer Funktion in Konstantinopel; er nutzte zum Studium Regionen des Bosporus;
als die Türken 1680 Ungarn überfielen, stand er im Dienst der Österreicher und fiel 1683 in türkische Gefangenschaft;
1684 bezahlte seine Familie ein Lösegeld; er beteiligte sich dann an Grenzverhaltungen zwischen der Türkei, Venedig und Österreich;
im spanischen Erbfolgekrieg verteidigte er mit General d´Arco die Festung Breisach; sie waren jedoch gezwungen zu kapitulieren, da ? nach seinen Memoiren ? die Österreicher die Festung ohne Munition verteidigen ließen.
Er nahm darauf Abschied vom Militärdienst, beschäftigte sich mit Sammlungs- und Forschungstätigkeiten;
1709 leitete er die Schweizer Garde im Vatikan, und zog dann nach Bologna um.




 
Hauptverdienste:
Neben militärischen und diplomatischen Erfolgen beteiligte er sich an der Vertiefung
des Wissens über die Natur und zwar in unbekannten Gebieten; er stellte große Kollektionen zusammen und knüpfte so an -> Kircher, -> Cospi oder ->Imperato an; aber er bemühte sich auch um Klassifizierung und Systematisierung der Sammlungen und war so Vorläufer der Systematiker des 18. Jahrhunderts; 1711 gründete er "l´Instituto delle Scienze" und 1712 schenkte er die Sammlungen dem Senat der Stadt Bologna; in seinem bewegten Leben integrierte er stets den Militärdienst mit naturwissenschaftlicher Forschung; seine Sammlungen bestimmten die weitere Entwicklung des Museumswesens in Bologna.
 
Eigene Publikationen:
Osservazioni interne al Bosforo Tracico. Rome 1681;
Danubialis operis prodromus. Nürnberg 1700;
Danubius Pannonico-mysicus, observationibus? Hague 1726 ;
Atti legali per la fondazione dell´Instituto delle Scienze... di Bologna. 1727-28;
L´Etat militaire de l´empire ottoman. Amsterdam 1732.
 
Erwähnungen:
Rieger, F. L.. Lexikon,V., Praha 1866
Bedini, S.A.: The evolution of science museum. In: Technology and Culture, Bd.6, 1965
Klemm, Fr.: Geschichte der naturwissenschaftlichen und technischen Museen,. In: Deutsches Museum. Abhandlungen und Berichte. München-Düsseldorf 2/1973 [ZZS]

 

 
Dehio, Georg
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 1850 in Tallin
Gestorben: 1932 in Tübingen
 
Ausbildung:
Studium an der Universität Göttingen bei dem Historiker Georg Waitz; hier 1872 auch Promotion;
1876 habilierte er sich in München mit einer Arbeit über die „Geschichte des Erzbistums Hamburg-Bremen“ und wirkte dort als Privatdozent für Geschichte.
Inzwischen beschäftigte sich am meisten mit deutscher und europäischer Kunstgeschichte und unternahm Studienreisen nach Italien und Frankreich;
 
Lebenslauf:
ab 1883 wirkte als Hochschullehrer in Königsberg und später hielt er Vorträge an dortigen Kunstakademie;
1892 wurde er an das Kunsthistorische Institut der Universität in Straßburg gerufen;
dort wirkte er auch als Direktor der Gemäldegalerie:
infolge des Versailler Vertrages übersiedelte er 1919 nach Thüringen, wo er seinen Lebensabend verbrachte.
 
Hauptverdienste:
Dehio war eigentlich Historiker, aber bald schwenkte er um auf Kunst
und Architektur und konzentrierte seine wissenschaftliche Arbeit auf formale Kunstwissenschaft und Denkmalpflege;
Denkmalpflege integrierte er mit Kunst und Bauwesen und darum war er davon überzeugt: „was uns die Kunstgeschichte nach ihrem Teil vom historischen Lebensinhalt unseres Volkes zu sagen hat, sagt sie zumeist duch die Denkmäler“.
So verteidigte er die Denkmalpflege kunsthistorisch und repräsentierte die deutschsprachige Gruppe, in der um 1900 -> Alois Riegl und -> Max Dvoøak tätig waren; das zeigte sich besonders sich in „Konservieren, nicht restaurieren. Streitschriften zur Denkmalpflege um 1900 von Georg Dehio, Anton Riegl, hg. von M. Wohlleben und G. Mörsch, 1988);
Sein Hauptwerk „Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler“ publizierte er in Erstaufl. 1905-1912;
nach seinem Tod setzte sein Schüler Ernst Gall die Arbeit am Handbuch fort, weitere
Veröfentlichungen entstanden auch posthum (auch in der DDR);
1990 erschienen die Nachdrücke, die das Institut für Denkmalpflege 1998 abschloß;
das Werk beeinflußte änliche Publikationen auch in Österreich und Großbritannien.

Die Kunstorientierung der Denkmalpflege zeigt sich auch heute noch in der Denkmalpflege und verkompliziert manchmal die Position von Museologie und Museen, da die Denkmalpfege ohne eigene theoretische Grundlage geblieben ist.
 
Eigene Publikationen:
Kirchliche Baukunst des Abendlandes (1884-99)
Kunstgeschichte in Bildern (1899)
Denkmalschutz und Denkmalpflege (1905)
Denkmäler der deutschen Bildhauerkunst (1905)
Kunsthistorische Aufsätze (1914)
Geschichte der deutschen Kunst (1919-1925)
 
Erwähnungen:
Georg Dehio (1850-1932). 100 Jahre Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. München-Berlin 2000
Peter Betthausen: Georg Dehio. Ein deutscher Kunsthistoriker. München-Berlin 2004
Z. Z.Stransky: Archeologie a muzeologie / Archäologie und Museologie. Masaryk Universität, Brno 2005
{ZZS]

Bild: Aus Betthausen

 

 
Demiani, Carl Friedrich
Berufsgruppe: Künstler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1768
Gestorben: 1823
 
Lebenslauf:
1816-1823 Galerieinspektor der Sächsischen Kunstslgn., Dresden;
 
Eigene Publikationen:
Kataloge der Gemäldegalerie, 1812,1817, 1819 und 1822;
Die vorzüglichsten Gemälde der Königlichen Galerie in Dresden nach den Originalen auf Stein gezeichnet, Dresden 1836;
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 54ff.
 

 
Erthal, Lothar Franz Michael von und zu
Berufsgruppe: Wirtschaft und Politik, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 12.11.1717 in Lohr/Main
Gestorben: 4.12.1805 in Aschaffenburg
Vater: Philipp Christoph von und zu, Oberamtmann, Hofkavalierarchitekt
Mutter: Maria Eva v. Bettendorf
 
Hauptverdienste:
Als Sammler Begründer der späteren staatlichen Graphischen Sammlung Aschaffenburg;
 
Preise und Ehrungen:
Großkreuz des Malteserordens
 
Erwähnungen:
Kittel: Geschichte der freiherrlichen Familie von und zu Erthal,1864
 

 
Faesch, Remigius
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 26.5.1595 in Basel
Gestorben: 27.2.1667 in Basel
Vater: Johann Rudolf Faesch
Ehepartner: unverheiratet
 
Ausbildung:
Jurastudium in Genf, Bourges, Paris und Marburg. Das Studium beendete er in Basel, wo er 1628 den Dr. jur. erhielt;
 
Lebenslauf:
1620-21 große Italienreise;
1637 Consiliarius des Herzogsvon Württenberg und 1637-38 der Markgrafen von Baden-Durlach;
1629 Prof. an der juristischen Falkultät Basel;
1649-50 und 1660-61 Rektor de Universität Basel;
Gründer des "Faeschischen Kabinetts" (Kunstsammlungen), die er als Familienfideikommiss errichtete; außerdem Gründer des botanischen Gartens.
 
Hauptverdienste:
Faesch hatte eigentlich keine juristisch-politische Ambitionen und konzentrierte sich deswegen hauptsächlich auf das Sammeln; er beschäftigte sich mit bildender Kunst, und entwickelte sich zum berühmten Kenner und Sammler von Graphik. Im „Thesaurus rei numeririae“ führte er 3.400 Múnzen auf; 1641 und 1648 stellte er Inventare zusammen; so einen Katalog der Sammlungen („Monumenta“), den er in „Pictoria, Plastice, Statuaria, Sculptoria. Architectonica“ unterteilte; bereits so früh befanden sich in seiner Bibliothek Werke von über 160 Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart. Die Sammlungen ergänzte bis zu seinem Tod. Faeschs Museum befand sich im großem Haus am Petersplatz, das Cabinet befand sich im erstem Stock. 1823 erhielt das Basler Kunstmuseum dias Museum Faesch, vor allem oberrheinische Kunst des 15. bis 17. Jahrhunderts.
 
Eigene Publikationen:
Humanae Industriae Monumenta;
Thesaurus rei numeriae.
 
Erwähnungen:
NDB Bd. 4, S. 741; Staehelin, A.: Geschichte der Universität Basel 1632-1818. Basel 1957; Impey / MacGregor; Remigius Sebastian Faesch, André Salvisberg:
Das Museum Faesch. Eine Basler Kunst- und Raritätensammlung aus dem 17. Jahrhundert. Basel 2005- [ZZS]

Die Abb. zeigt ein Porträt im (c) Kunstmuseum Basel von Bartholomäus Sarburgh, 1621;
 

 
Flemingow Czartoryska, Izabela z
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler

 
Geboren: 3.3.1746 in Warschau
Gestorben: 1835
Vater: Jerzy Flemming
Mutter: Antonina Czartoryska
Ehepartner: Adam Kazimierz Czartoryski
 
Lebenslauf:
als national denkende Polin strebte sie an, mit eigenen Sammlungen die polnische Nationalkultur zu unterstützen und die historischen Wurzeln der polnischen Kunst und ihre Eigenart zu demonstrieren; die Sammlungen waren in der "Swiatyni Sibilli" (= Der Sibyllentempel) und im "Dom Goticki" (= Haus der Gotik), wo sich auch ausländische Sammlungen befanden; sie hat damit das Museum in Pulawy gegründet und die Grundlage für das Museum Czartoryskich in Krakau gelegt. Zu Schloß Goluchów, heute Teil des Nationalmuseums in Poznan, siehe unsere Museumsdatenbank unter "Goluchów".
 
Hauptverdienste:
Ihre Sammlungsabsicht war der Teil der Strömungen, die schon bei -> Mniszech begannen und dann auch von wissenschaftlichen Kreisen übergenommen wurden; interessant ist, das sie die Objekte nicht nur historisch und sachlich betrachtete, sondern auch aus emotionalen und moralischen Aspekten; sie beschäftigte sich auch mit der Bestimmung und Beschreibung der Objekte und stellte einen Katalog zusammen, in dem sie ihre Auffassung vom Sammelwesen und die kulturpolitischen Aufgabe der Kollektionen charakterisierte.

 
Eigene Publikationen:
Poczet Pamiatek zachowanych w Domu Gotyckim w Pulawach (=Verzeichnis der Denkmäler im Haus der Gotik in Pulaw. 1828.
 
Erwähnungen:
Powidski, J.: Zbiory Domu Gotyckiego w Pulawach (= Die Sammlungen des Hauses der Gotik in Pulawy). In: Muzealnictwo, 5/1956; Malinowski, K.: Prekursorzy muzeologii polskiej (Die Pioniere der polnischen Museologie). Poznan 1970; Aleksandrowicz, Alina: Izabela Czartoryska - Polskosc i europejskosc. Lublin 1998; http://elt.britcoun.org.pl/walk.htm [ZZS]
Bild: Die Abb. stammt von der Titelseite des Buches von Alina Aleksandrowicz.
 

 
Gall, Ernst
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Wirtschaft und Politik, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 17. 2. 1888 in Danzig
Gestorben: 15. 8. 1958 in München
Vater: Alfred Gall, Rechtsanwalt, Notar
Mutter: Ottilie Osterloh
Ehepartner: Gertrud Hentzchen, Übersetzerin
 
Ausbildung:
Promotion: 1914
 
Lebenslauf:
1930 Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten", Berlin.
Nach dem II. Weltkrieg Berater des US-Hauptquartiers in Berlin.
1946-1953 Museumsdirektor der Bayerischen Schlösserverwaltung.
 
Hauptverdienste:
Als Mg. des preußischen Kultusministeriums aktive Mitgestaltung der Kulturpolitik der Weimarer Republik; Richtungsweisende Tätigkeit auf dem Gebiet der Denkmalpflege und des Museumswesens; Grundlegende Untersuchungen über die mittelalterliche Baukunst, vor allem über die Entstehung der Gotik.
 
Eigene Publikationen:
Fortführung von Dehios Handbuch der Deutschen Kunstgeschichte" sowie des "Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte".
 
Preise und Ehrungen:
1947 Honorarprof. für Geschichte der Architektur an der Uni. München
 
Erwähnungen:
NDB, Bd. 6, S.43f. :. NDB 6; BBBE, S. 51
 

 
Gerkan, Armin von
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 30.11.1884 in Subbath
Gestorben: 22.12.1969 in Hamburg
Ehepartner: Hildegard Schultze
 
Ausbildung:
Ausbildung: in Dresden
Diplom: 1906, Riga
Promotion: 1921, 1922 in Berlin, Greifswald (Das Theater in Priene; Griech. Städteanlagen [als Dr. Ing.; Dr. Phil.])
Professur: 1923 in Aachen
 
Lebenslauf:
1920 wissenschaftl. Hilfsarbeiter bei den Berliner Museen;
1924 Zweiter Sekretär der Abteilung Rom des DAI;
1936 Leiter der deutschen Grabungen in Olympia;
1946 Lehrauftrag an der Univ. Göttingen.
 
Hauptverdienste:
Durch seine Tätigkeit als Architekt bei archäolog. Ausgrabungen angeregt, hat er den Begriff "Bauforschung" geprägt und den Anstoß zur Gründung der Koldewey-Gesellschaft, einer Vereinigung von Bauforschern, gegeben.
 
Eigene Publikationen:
Koldewey-Ges (Hg.): Autobiographie in: FS zum 80. Geburtstagstag von W. Andrae, 1955;
Boehringer, E. (Hg.): Von antiker Architektur und Topographie. 75 Zeitschriftenaufsätze und Bibliographie mit 160 Lit., Stuttgart 1959.
 
Erwähnungen:
Deichmann, F. W.: Nachruf auf A.v. Gerkan. In: RM 77/1970 mit weiteren 33 Lit.; Lullies 1988, S.226ff.
Die Abb. zeigt ein Foto aus dem Archäologischen Inst. Rom.

 

 
Grote, Dr. Ludwig
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 8.8.1893 in Halle a.d. Saale
Gestorben: 3.3.1974 in Gauting b. München
 
Ausbildung:
Promotion: 1922 in Halle (Georg Lemberger. Ein Beitrag zur Geschichte des sächsischen Holzschnitts)
 
Lebenslauf:
1924-1933 Landeskonservator von Sachsen-Anhalt; Galeriedirektor in Dessau und enge Kontakte zum Bauhaus;
1924 Landeskonservator. Sorgte sich hierbei zunächst um die Wörlitzer Gärten; Berater der Joachim-Ernst-Stiftung;
1926-1927 Leitung der Restaurierung des Palais Reina, dem späteren Sitz der Anhaltinischen Gemäldegalerie;
1927-1933 Direktor der Anhaltinischen Gemäldegalerie, Dessau, im Nebenamt; in dieser Zeit Schaffung der Filialgalerie in Schloß Oranienbaum für das Palais Reina und Umnutzung als Depots;
1933 Zwangspensionierung;
seit 1934 freiberuflich in Berlin und München für wissenschaftliche Veröffentlichungen und Ausstellungen tätig;
ab 1939 Kunsthändler in München;
ab 1949 Organisator der ersten 5 internationalen Ausstellungen im Haus der Kunst, München;
1951-1962 Generaldirektor des GNM, Nürnberg;
1959 Leiter der deutschen Abteilung der Londoner Europarat-Aus. The Romantic Movement;
 
Arbeit:
Ausstellungen in München: Der Blaue Reiter, Die Maler am Bauhaus, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Toulouse-Lautrec. Weitere Ausstellungen: 50 Jahre Bauhaus, Stuttgart und andere Orte.
 
Hauptverdienste:
Führte das Bauhaus von Weimar nach Dessau. Bauhaus-Spezialist.
 
Eigene Publikationen:
Zahlreiche Veröffentlichungen vor allem über Dürer, zur Kunst der Renaissance, der Romantik und des 20. Jh.;
Verz. siehe AGNM, 1963 u. GNM-FS, 1978, S. 1122; Verzeichnis der aus dem Gotischen Hause entnommenen Leihgabe für die Staatliche Gemäldegalerie;
 
Mitglied:
Seit 1962 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg;
 
Preise und Ehrungen:
1957 Kulturpreis der Stadt Nürnberg;
 
Erwähnungen:
GNM-FS, 11978; AGNM, 1974; BBB, S. 278;
Michels, Norbert: Von Kunstsammlungen zum Kunstmuseum. In: Verrat an der Moderne 1927-37.Die Gründungsgeschichte und das erste Jahrzehnt der Anhaltinischen Gemäldegalerie Dessau 1927-37, Kat. Aus. Dessau 1998, S. 11ff.; Heise, Helga: Die ersten Jahre der Anhaltischen Gemäldegalerie unter Ludwig Grote. In: Verrat an der Moderne 1927-37.Die Gründungsgeschichte und das erste Jahrzehnt der Anhaltinischen Gemäldegalerie Dessau 1927-37, Kat. Aus. Dessau 1998, S. 51ff.;
Die Abb. zeigt ein Detail einer Fotografie aus dem Besitz von Gertrud Maud Grote, die uns freundlicherweise Frau Helga Heise von der Anhaltinischen Gemäldegalerie Dessau zur Verfügung stellte.
 

 
Gutkas, Karl
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 16.12.1926 in Sauggern, NÖ
Gestorben: 31.7.1997 in Lutzmannsburg, BGL
 
Ausbildung:
Professur: Wien
 
Lebenslauf:
1950-1991 Kulturamtsdirektor von St. Pölten
 
Hauptverdienste:
Geschichte NÖs; wissenschaftlicher Leiter vonm Großausstellungen.
 
Eigene Publikationen:
Geschichtes des Landes NÖ, 6. Aufl. 1983; Geschichte NÖs in Bildern, 1984; Geschichte NÖs, 1984; Prinz Eugen und das barocke Österreich, 1985; Gutkas, Karl (Hg.): Kaiser Joseph II., 1989; Kulturatlas - Österreich gestern und heute, 2. Aufl. 1996.
 
Erwähnungen:
Bruckmüller 2001, S. 171.
 

 
Haakh, Adolf
Berufsgruppe: Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1815
Gestorben: 1881
 
Lebenslauf:
1879-181: Vorstand des Württembergischen Landesmuseums, Stuttgart;
 
Erwähnungen:
Kunst im Alten Schloß, Würrtembergisches Landesmuseum Stuttgart, Stuttgart 1998, S. 7ff.
 

 
Habsburg, Ferdinand I. von
Berufsgruppe: Wirtschaft und Politik, Verwaltung und Militär, Wirtschaft und Politik, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 10.3.1503 in Alcalá de Henares (Spanien)
Gestorben: 27.7.1564 in Wien
Vater: Erzherzog Philipp der Schöne
Mutter: Johanna von Kastilien-Aragón
Ehepartner: Anna von Böhmen und Ungarn
 
Lebenslauf:
nach dem frühen Tod seines Vaters verbrachte er die Jugend bei seinem Großvater Ferdinand V.;
in den Niederlanden erhielt er eine klassische Erziehung durch Erasmus von Rotterdam;
nach dem Tod Kaiser Maxmilian I. übernahm er die österreichischen Erblande und Deutschland, aber war gezwungen, seine Position militärisch verteidigen;
1526 wurde er König von Böhmen und Ungarn;
1531 auch Römischer König;
1558 wurde er zum Kaiser ernannt;
nach dem Brand in Prag baute er die Burg und den Dom wieder auf.
 
Hauptverdienste:
Ferdinand I. war gläubig, im Denken mittelalterlich, als König und Kaiser hart; er unterdrückte die regionalen Rechte und bemühte sich um absolute Macht; er kann als Gründer des Österreichischen Reichs bezeichnet werden. Neben politischen und kriegerischen Erfolgen und Mißerfolgen beschäftigte er sich auch mit Botanik, Zoologie und Musik; er interessierte sich für die ererbten Sammlungen (vgl. seinen Münzkatalog von 1556); er hatte persönlich auch Interesse an Antiquitäten, Medaillen, Waffen und Rüstungen; bedeutsam war seine Konzentration der Sammlungen und ihre Institutionalisierung. In Grazer Übernahmeprotokoll von 1550 befindet sich der Terminus "khunstcamer"; de facto war er aber der Gründer der Wiener Kunstkammer; die Verwendung von Bildern in Kunstkammern, aber auch in Repräsentationsräumen der Wiener Burg dokumentieren eine neue Sichtweise von Kunstschätzen; außerordentlich wichtig war die Integration der Sammlungen in die Hofverwaltung und Beschäftigung von Berufskustoden. Den Gesamtbestand zeigen mehrere Testamente aus ihrer Hand.
 
Erwähnungen:
Rezek, A.: Geschichte der Regierung Ferdinands I. in Böhmen. Prag 1878; Lhotsky, A.: Die Geschichte der Sammlungen. FS des Kunsthistorischen Museums. Wien 1941-1945; Scheicher, E.: Die Kunst- und Wunderkammen der Habsburger. Wien u.a. 1979; Schindling/Ziegler (Hg.): Die Kaiser der Neuzeit 1519-1918. München 1990; Kohler, A.: Ferdinand I. 1503-1564. Fürst, König und Kaiser. München 2003
[ZZS]
Die Abb. wurde dem Buch von Lhotsky entnommen. Es zeigt ein Relief aus Buchsbaum, © Kunsthistorisches Museum, Wien.
 

 
Haffner, Traugott
Berufsgruppe: Gründer einer musealen Institution, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1853
Gestorben: 1903
 
Lebenslauf:
Bürgermeister von Marbach
Förderer des Schillermuseums

 
Erwähnungen:
NDB, Bd. 7, S. 461.

 

 
Hagedorn, Christian Ludwig von
Berufsgruppe: Künstler, Verwaltung und Militär, Sammler, Sammler

 
Geboren: 14. 2. 1713 in Hamburg
Gestorben: 24. 1. 1780 in Dresden
 
Lebenslauf:
durch seine diplomatischen Aufgaben hatte er die Möglichkeit, fürstliche Kunstkabinette und Galerien zu besichtigen und sich mit Kunst zu beschäftigen; bald war er ein anerkannter Kunstkenner;
In Hamburg waren sehr gute Bedingungen für Ankauf der Kunstobjekten durch seine Händlerschaft; von Hagedorn baute hier sein Kunstkabinett auf, wo waren Mälbe der dänischen, flämischen. französichen, italienischen und deutschen Autoren; das Kabinett avancierte zum Zentrum ausländischer Besucher von Hamburg; 1764 erhielt er in Dresden die Stelle eines Direktors der Kunstakademie, Galerien und Kabinette als Nachfolger -> Heineckens (Sächsische Gemäldegalerie im Stallhof) ; er hatte die Absicht, seine Sammlungen an einen der fürstlichen Höfe zu verkaufen, was aber das scheiterte; in seinem Testament widmete er die Sammlungen der Univ. in Wittenberg; seine Verwandten jedoch stritten über diese Erbschaft; am Ende kamen die Kollektionen nach Dänemark, wo sie 1806 durch einem Brand verloren gingen;
ab 1764 und 1. Direktor der Dresdner Kunstakademie;
 
Hauptverdienste:
Öffnung von der fürstlichen Privatslg. zur öffentlichen Slg. für bestimmte Kreise und gegen ein erhebliches pourboire.Durch seine Sammlungstätigkeit lernte er die historische und zeitgenössische Kunst kennen; Hagedorn war aber nicht nur Kunstkenner, er beschäftigte sich auch mit Theorie; das brachte ihn zu einer Konzeption seiner Bildsamlungen, was bei damaligen Sammlern nicht selbstverständlich war; mit seiner Kunsttheorie bewegte er sich in der Nähe von -> Winkelmann.
 
Eigene Publikationen:
Lettre à un amateur de la peinture. Dresden, 1755;
Betrachtungen über die Mahlerey. Leipzig, 1762.
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 52ff. Schlosser, J. Die :Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance. Leipzig 1908; Stübel, M.: Christian Ludwig von Hagedorn, ein Diplomat und Sammler des 18. Jh. Leipzig 1912.; von Holst; Calov, G.: Museen und Sammler des 19. Jahrhunderts in Deutschland. In: Museumskunde,1969,1-3; Metzler Kunsthistoriker Lexikon: zweihundert Porträts deutschsprachiger Autoren aus vier Jahrhunderten. Stuttgart 1999 [ZZS]

Die Abb. zeigt einen Kupferstich von J.F. Bause nach Anton Graff, 1774.
 

 
Hahmann, Carl-Ludwig
Berufsgruppe: Sammler, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1924 in Dessau
 
Lebenslauf:
Nach 1945 Zollinsspektor in Hamburg;
Januar 2000: Hahmann stiftete dem MNVD seine reichhaltige und kostbare Minerialiensammlung mit über 1700 Mineralienstufen und Einzelkristallen aus aller Welt;
 
Erwähnungen:
Kulturerbe Natur: Naturkundliche Museen und Sammlungen in Sachsen-Anhalt, Hg.: Museumsverband Sachsen-Anhalt, Halle 2002, S.29;

 

 
Hauser, Karl Frhr. von
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Handwerk und angewandte Wissenschaft, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 14.12.1821 in Wien
Gestorben: 31.3.1905 in Wien
 
Lebenslauf:
1880-1899 Sekr. des Kärntner Geschichtsvereins;
anschließend Neuaufstellung des LM KÄ, Klagenfurt;
 
Hauptverdienste:
Barg viele frühgeschichtliche und röm. Funde.
 
Eigene Publikationen:
Die alte Geschichte Kärntens voin der Urzeitbis Kaiser Karl den Großen, 1893; Kärntner Karolingerzeit von Kaiser Karl dem Großen bis Heinrich I. ..., 1894.
 
Erwähnungen:
ÖBL; Bruckmüller 2001, S. 188.
 

 
Heine, Ferdinand
Berufsgruppe: Wirtschaft und Politik, Sammler, Verwaltung und Militär, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 1809
Gestorben: 1894
 
Lebenslauf:
1909 wurde seine Sammlung in Halberstadt ausgestellt;
in den 1950er Jahren Gründung des "Museum Heineanum";

 
Hauptverdienste:
Besaß namhafte Vogelsammlung mit 12000 Präparaten.
 
Eigene Publikationen:
Über einige neue oder weniger bekannte Vögel des Museum Heineanum. In: J. Ornithol. 7/1859;
Zwei anscheinend noch unbeschriebene Papageien des "Museum Heineanum. In: J. Ornithol. 32/1884;
Heine/Reichenow: Nomenclator Musei Heineani Ornithologici, Berlin 1882-1990.

 
Erwähnungen:
Kulturerbe Natur: Naturkundliche Museen und Sammlungen in Sachsen-Anhalt, Hg.: Museumsverband Sachsen-Anhalt, Halle 2002, S. 45ff.;

 

 
Heinecken, Carl Heinrich von
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Fachwissenschaftler, Künstler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 24.1.1706 in Lübeck
Gestorben: 23.1.1791 in Schloß Altdöbern
Vater: Paul Heinecken, Maler, Architekt
Mutter: Katharina Elisabeth Heinecken, Blumenmalerin, Kunsthändlerin
Ehepartner: Friederike Magdalena von Heinecken
 
Ausbildung:
Ausbildung: Gymnasium in Lübeck
 
Lebenslauf:
1739 trat er als Privatsekretär und Bibliothekar in den Dienst des Grafen Brühl;
bald darauf bis 1763 Verwaltung der Gemäldegalerie;
als Nachfolger des Hofarztes --> Johann Heinrich Heucher wurde er Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts;
als Intendant des Grafen Brühl nahm er Einfluß auf die Ankäufe für die Gemäldegalerie.
Nach der Katastrophe des Siebenjährigen Krieges wurde Heinecken verhaftet und nach anderthalb Jahren Untersuchungshaft 1763 der Prozeß gemacht; er konnte sich jedoch erfolgreich gegen die Behauptung einer Verschleuderung von Geldern zur Wehr setzen, da er damit nichts gehabt hatte. Der eigentliche Verantwortliche, --> Graf Brühl, konnte wegen seines Todes nicht mehr belangt werden;
nach seiner Amtsenthebung lebte H. als Kunstschriftsteller und erwarb 132 Bilder meist altdeutscher Maler aus seiner früheren Galerie zum Spottpreis von 700 Talern.
 
Hauptverdienste:
Kunstberatur und Privatsekretär des --> Reichsgrafen Brühl; baute das Kupferstichkabinett auf. Umbau des Stallhofes, jedoch Hängung bis dicht unter die Decke. Alle Gemälde wurden in Rokokorahmen gefaßt, welche die Galeriebildhauer Deibel und Kugler anläßlich der Neueinrichtung gefertigt hatten. In dieser Rahmung hängen die Gemälde noch heute.
 
Eigene Publikationen:
Die wahren Absichten des Menschen und die dazu gehörenden Mittel, Dresden/Leipzig 1732;
Recueil d'estampes d'après le plus célèbres tableaux de la Galerie Royale de Dresde, 2 Bde., Dresden 1753/57;
Recueil d'estampes, gravées d'après les tableaux de la galerie et du cabinet de S. E. M. Le Comte de Brühl, Dresden 1754;
Nachrichten von der Beschaffenheit der Niederlausitz, Pförten 1760;
Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen, 2 Bde., Leipzig/Wien 1768/69;
Idée générale d'une collection complette d'estampes avec une dissertation sur l' origine de la gravure et sur res premiers livres d'image, Wien/Leipzig 1771;
Dictionnaire des artistes, dont nous avons des estampes, 4 Bde., Leipzig 1778-90;
Neue Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen, Dresden/Leipzig 1786.
 
Erwähnungen:
Dittrich, Christian: Carl Heinrich von Heinekens kunsthistorische Schriften, in: JbKDr, 1965/66; Ders.: Heineken und Mariette. Eine Untersuchung zur Erwerbspolitik des Dresdner Kupferstichkabinettes im zweiten Drittel des 18. Jh.. In: JbKDr, 1981; Alschner, Christian: Die Inkunabelsammlung Carl Heinrich von Heinekens, in: Marginalien. Ztschr. für Buch-kunst und Bibliophilie, 81/1981; Lettres à Carl Heinrich von Heineken 1772-89, Paris 1988; Dittrich, Christian: Gedenkblatt fur Carl Heinrich von Heineken, in: Dresdner Kunstblatt, 35/1991; Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 43ff.; Metzler 1999, S. 163ff.

 

 
Helfert, Jaroslav
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Medien, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 27.9.1883 in Malacky (heutige Slowakische Republik)
Gestorben: 14.9.1972 in Potstejn
Vater: alte aristokratische Familie (der Urgroßvater Josef -1791-1847 - war Prof. für Kirchenrecht
Ehepartner: Ludmila Tichá
 
Ausbildung:
Ausbildung: Gymnasium in Tabor und Prag
Promotion: 1908 in Karls-Univ. in Prag
 
Lebenslauf:
1904 Umzug nach Wien und Studium bei -> Max Dvorák;
1909 Einstieg in das LM in Brno, dort Sekretär und Leiter der ethnographischen und kunsthistorischen Sammlungen;
Beteiligung an der Gründung des "Bundes der tschechoslowakischen Museen", fand aber in Prag seinerzeit wenig Gehör;
1921 veröffentlichte er das Projekt einer speziellen Ausbildung und schrieb dazu sinngemäß:
"Durch die Anpassung der Museumkunde an das Universitätsstudium ist es möglich, die nötigen qualifizierten jungen Kräfte für das Museumswesen zu bekommen...";
1922 bekam er vom Ministerium die Bewilligung, an der neuen Masaryk Univ. in Brno ein "museologisches Lektorat" (Lektorát muzejnictvi) zu gründen;
1923 Ernennung zum Direktor des Museums in Brno: Anfang der Reorganisationen der Sammlungen, Aufbau neuer Ausstellungsräume für Kunstobjekte und Gründung der Musikabteilung, die sein Bruder  Prof. der Musikwissenschaft an Univ. - leitete;
von 1925 an kunsthistorische Vorträge am Brünner Konservatorium;
ab 1934 Vorsitzender des "Bundes" und Ernennung zum Museumsinspektor für Mähren und Schlesien;
nach der deutschen Okkupation 1939 wurde er zwangspensioniert und lebte in Potstejn, aber war weiter tätig;
gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er mit seinen Brüdern verhaftet. Nur er überlebte das KZ-Lager;
nach der Befreiung beteiligte er sich an musealen Erneuerungsarbeiten, aber die Kommunisten schicken ihn 1948 erneut in den Ruhestand;
in der Zeit des Prager Frühlings erhielt er vom Ministerium eine umfassende Würdigung.
 
Hauptverdienste:
Helfert befand sich im Kontakt mit neuen Strömungen in der Museumswissenschaft und kritisierte den Stand der Museen; er sammelte und studierte die damalige museumskundliche Literatur und war in Kontakt auch z.B. mit -> Adolf Lichtwark oder -> Julius Leisching. Seine neuen Ideen zu verwirklichen war aber erst möglich nach dem Zweiten Weltkrieg; schon 1921 formulierte die neuen Aufgaben der Museen und setzte sich als Ziel, die lokalen und regionalen Museen zu reorganisieren und aus ihnen ein zweckmäßiges Netz zu knüpfen, was damals etwas ganz Neues war; schon 1919 organisierte er im Mährischen LM Museumskurse für Schüler von Mittelschulen und beteiligte sich an der Konzeption des Lehrstuhls für Museologie, konnte aber seine Vorstellungen in Prag damals zunächst nicht durchsetzen;
1922/23 begann er in Brno mit museologischen Vorlesungen (bis 1939) und setzte diese nach der deutschen Okkupation 1946-1948 fort; das war bahnbrechender Schritt auf dem Weg zum Museologiestudium.
 
Eigene Publikationen:
Na nové dráhy (Auf neue Wege). In:Vestník Moravského zemského muzea v Brne - VMZM (Verordnungsblatt des MZM), 1/1921;
Lektorát muzejnictví (museologisches Lektorat). In: VMZM, 4/1921;
Vorlesungen an der MU (Verzeichnisse, Handschriften: Archiv);
Redakteur des Verordnungsblatts des Mährischen Landesmuseums in Brno;
Publikationen in verschiedenen heimatkundlichen Zeitschriften und Zeitungen.
 
Erwähnungen:
Stránsky, Z. Z.: Jaroslav Helfert osmdesátníkem (J.H.zum Achzigsten).In: Vlastivedny vestník moravsky ( Moravisches heimatkundliches Verordnungsblatt), 64/1961; Stránsky, Z. Z. In memoriam PhDr. Jaroslava Helferta. In: Muzeologické sesity (Museologische Hefte), IV/1972; Bisová, M. Vyznam Jaroslava Helferta pro nase muzejnictví (Die Bedeutung J.H. für unser Museumswesen). Diplomarbeit, Lehrstuhl der Museologie, Masaryk Univ., Brno 1973; Stránsky, Z. Z.: Muzeologie na Masarykove universite po osmdesáti letech (Museologie an der Masaryk-Univ. nach 80 Jahren). In: UNIVERSITAS, 1/2004; Archiv Moravského zemského muzea, Fond: MZM-J-Helfert; Archiv Rychnov nad Kneznou, Fond: Helfert, J.PhDr. [ZZS]

 

 
Herbich, Franz
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 1821
Gestorben: 1887
 
Lebenslauf:
Direktor des Kupferbergwerks von Füle;
Kustosadjunkt am Museum in Klausenburg;
Bergrat;
Referent für Bergwesen von Bosnien und der Herzegowina.

 
Erwähnungen:
NDB, Bd. 8, S. 583

 

 
Herbich, Franz
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Wirtschaft und Politik, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1821
Gestorben: 1887
 
Lebenslauf:



 
Erwähnungen:
NDB;

 

 
Hesse, Dr. Fritz
Berufsgruppe: Handwerk und angewandte Wissenschaft, Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1881
Gestorben: 1973
 
Lebenslauf:
Ab 1907 Rechtsanwalt in Dessau;
1918-1929 Oberbürgermeister von Dessau, Vertreter der Stadt Dessau im Kuratorium der Joachim-Ernst-Stiftung in Dessau, welche die Anhaltinische Gemäldegalerie nach 1918 betreute. Befürworter die Einsetzung Dr. Ludwig Grotes zur Beschleunigung der Schaffung einer Anhaltinischen Gemäldegalerie. Durch Nationalsozialisten wegen des Eintretens für das Museum und dessen Ankäufe suspendiert.
 
Mitglied:
Mg. und Landtagsabgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei.
 
Erwähnungen:
Erinnerungen an Dessau, erwähnt bei Michels; Michels, Norbert: Von Kunstsammlungen zum Kunstmuseum. In: Verrat an der Moderne 1927-37.Die Gründungsgeschichte und das erste Jahrzehnt der Anhaltinischen Gemäldegalerie Dessau 1927-37, Kat. Aus. Dessau 1998, S.11 ff.;
Die Abb. zeigt eine Fotografie, die uns freundlicherweise Frau Helga Heise von der Anhaltinischen Gemäldegalerie Dessau zur Verfügung stellte.
 

 
Hohenwart, Franz Josef Hannibal Graf von
Berufsgruppe: Wirtschaft und Politik, Verwaltung und Militär, Fachwissenschaftler, Gründer einer musealen Institution

 
Geboren: 24.5.1771 in Laibach
Gestorben: 2.8. 1844 in Laibach
Vater: Graf Georg Jacob von, Landrechtspräsident
 
Ausbildung:
Militär: Kriegsdienst
 
Lebenslauf:
Erziehung am Hofe von Toskana, Florenz;
Kreishauptmann in Rudolfswert;
1803 Vize-Kapitän in Capo d`Istria, Seereisen;
1820 Ruhestand.


 
Hauptverdienste:
Entdeckte die Adelsberger Grotten neu und machte sie öffentlich zugägnglich.1831 Gründer des LM für Krain in Laibach. .
 
Eigene Publikationen:
Leitfaden für das LM in Laibach Besuchenden, 1836;
 
Mitglied:
Präs. der Landwirtschaftsges. Krain und des LM in Laibach.
 
Erwähnungen:
NDB; ADB(weitere Lit.); Radics, P. von: Adelsberg und seine Grotten, Triest 1861.
 

 
Huss, Karl / Karel
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär, Sammler, Fachwissenschaftler, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geb. am 3.1.1761 in Most / Brüx
Gest. 1838
Vater: Jan Pavel Huss
Mutter: Ludmila Nemecková
Ehepartner: Zofie Eberle
 
Ausbildung:
Sein Vater war Scharfrichter zu Brüx und die Familie wohnte hinter der Prager Pforte im Haus hinter der „Hinrichtungstätte“; der Scharfrichter war fromm und hatte eigentlich vor, seinen Sohn für Kirchenaufgaben vorzubereiten; Karl absolvierte das Gymnasium, trug aber aufgrund seiner Herkunft das Stigma „unsauber“; so war Karl ebenfalls gezwungen, die Scharfrichterprofession zu übernehmen;
 
Lebenslauf:
Scharfrichter war auch sein Onkel Karl Illian in Eger / Cheb; bald übernahm er auch dessen Posten in Eger und erhielt das Haus Nr. 85 hinter den Stadtmauern; er beschäftigte sich mit Heilkunde und war bald sehr beliebt in Eger, Sachsen und Bayern; der Polizeiverwaltungsrat Grüner und der Jesuit Grassold verteidigten seine Studierwilligkeit und unterstützten ihn; Grassold hnterwies Huss in Geschichte und inspirierte ihn zu sammeln; er schrieb die Chronik von Eger stellte große Kollektionen von Münzen, Mineralien, ethnographischen und historischen Objekten zusammen; deswegen besuchte den Scharfrichter auch Johann Wolfgang von Goethe und -> Graf von Metternich zeigte Interesse an seinen Sammlungen; sein Freund Grünner erreichte die Anerkennung als Bürger für ihn; am 12. September 1827 unterzeichnete Huss einen Vertrag mit Graf von Metternich: er bekam eine Rente, und konnte samt seinen Sammlungen in Schloss Kynzvart (Königswart) übersiedeln, wo er Kustos wurde.

 
Hauptverdienste:
Charakteristisch ist, daß Huss die Sammlungstätigkeit historisch sah und so das Sammeln im Kontext der Heimatkunde neu orientierte; neben den erwähnte Interessensgebieten beschäftigte er sich mit Poesie und Malerei und verteidigte das humanistische Denken, was Goethe beeindruckte; er katalogisierte die Sammlungen auf Schloß Kynzvart und beteiligte sich an dem weiteren Ausbau der Sammlungen; dabei ist es allerdings notwendig, die Konzeption von Metternichs Sammlungen und jene von Huss zu unterscheiden: Metternich Sammlungen repräsentieren die traditionelle Konzeption der Kunstsammlungen der Aristokratie, Huss Sammlungen zeigen neue historische und heimatkundliche Tendenzen. Huss war ein Autodidakt, der sich durch Fleiß von dem mißachteten Scharfrichterposition zu einem anerkannten Sammler und Gelehrten emporarbeitete. 1850 bezeichnete Professor Rath die Kataloge des Huss als „Fleißdenkmal des Cust. Huss“.
 
Eigene Publikationen:
Über das dritte Gebot der Kirche, 1797, Handschrift;
57 Blätter Wappenbilder, Handschrift;
Chronik der Stadt Eger, I.-IV.,1798-1822, Handschrift;
Verzeichnis aller in dem Hochfürstlich von Metternich`schen Mineralien, Waffen und Kunst Cabinet verfindlichen Seyenstände, 1828, Handschrift;
Wahlssprüche und Schrifttexte, 1828, Handschrift;
Politische Gespräche aus dem Reiche des Todten, 1830, Handschrift.
 
Erwähnungen:
Dietrich, A.: Goethe im Egerlande. Cheb 1932; Langrová, M.: Chebský kat Huss a jeho sbìratelská èinnost / Egers Scharfrichter Huss und seine Sammeltätigkeit. Karlovy Vary 1977; Humeníková, E.: Karel Huss (1761-1838). In: Sborník Chebského muzea / Sammelband des Egermuseums/, 1997:43-97
[ZZS]

Bild: Humeníková
 

 
Hübner, Julius
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär

 
Geboren: 1806
Gestorben: 1882
 
Lebenslauf:
1871 Galeriedirektior der Sächsischen Gemäldegalerie, Dresden;
 
Eigene Publikationen:
Katalog der Neuhängung im Semperbau, 1856 (in der Eonleitung Hinweise zur Geschichte der Slg.!);
 
Erwähnungen:
Menz, Heller: Die Dresdner Gemäldegalerie. Paris und Gütersloh o.J, S. 66ff.
 

 
Hütter, Eduard
Berufsgruppe: Handwerk und angewandte Wissenschaft, Verwaltung und Militär, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 29.3.1880
Gestorben: 1968
Ehepartner: Jeanne Mairot
 
Ausbildung:
Professur: in Staatsgewerbeschule, Pilsen
 
Lebenslauf:
1913-1945 Landeskonservator in Salzburg;
1923 verantwortlich für die erste Aufstellung der Residenzgalerie, Salzburg, schuf das Ankündigungsplakat an der Außenfassade und war an den ersten Ankäufen der Galerie maßgeblich beteiligt;
Umbau der Hofstallkaserne unter seiner Leitung zum Festspielhaus;
Obwohl Deutschliberaler, trat er 1934 der Vaterländischen Front, während der NS-Zeit der NSDAP bei;
 
Hauptverdienste:
Ohne ein einziges Kunstobjekt zu besitzen, wurde 1923 vom Land Salzburg mit Unterstützung des Bundes im Zentrum der Stadt ein Museum errichtet...Die Gründung der Residenzgalerie Salzburg im Jahr 1923 ist erklärbar aus politischen und kulturellen Motiven. Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl setzt mit dieser Museumsgründung ein politisches Signal: Das neue Museum soll der Stärkung des Landesbewußtseins und der Förderung des Fremdenverkehrs dienen. Die zweite Wurzel des Museums bilden kulturelle Bestrebungen von Salzburger Kunstlern und Kulturvereinen. Den wichtigsten Beitrag zum Aufbau einer Gemäldegalerie Alter Meister leistete -> Anton Faistauer, der eine Galerie als unabdingbare Voraussetzung für seinen Plan einer neuzugründenden Kunstakademie ansah. Ausschließlich aus Leihgaben von Bund, Salzburger Kloster- und Privatbesitz bestückt, begann die erste Saison der Residenzgalerie Salzburg im Jahr 1923 am 28. August. (Juffinger, Roswitha: Vorwort.In: Plasser (siehe Lit.)
 
Mitglied:
seit 1914 Mitglied der Salzburger Landeskunde, des Stadtverschönerungsvereins, Ehrenmitglied des Rainerbundes, seit 1918 Mitglied der Festspielhausgemeinde.
 
Erwähnungen:
Gerhard Plasser: Residenzfähig. Sammlungsgeschichte der Residenzgalerie Salzburg 1923-1938, Salzburg 1998.
Die Abb. zeigt ein Foto aus dem Besitz des Carolino Augusteum, Salzburg.

 

 
Häsel, Theodor
Berufsgruppe: Verwaltung und Militär

 
Gestorben: 1658
 
Lebenslauf:
ca. 1628-1640 Neuordnung der sächsischen Kunstkammer in Dresden;
 
Hauptverdienste:
Schloß die durch --> Brunn begonnene systematische Neuordnung der Kunstkammer ab. Beginn der Inventarisierung.
 

 
Höfken (ab 1867 Ritter von Hattingsheim), Rudolf
Berufsgruppe: Fachwissenschaftler, Verwaltung und Militär, Mitarbeiter von kulturellen Einrichtungen

 
Geboren: 1861
Gestorben: 1921
 
Lebenslauf:
Kustos des niederösterreichischen Landesmuseums

 
Erwähnungen:
NDB, Bd. 9, S. 311

 

 
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